Blue Flower

Ber Begriff Philosophie besteht aus zwei Teilen:

  • Philos = Freund
  • Sophie = Weisheit

Wenn man gefragt wird, was das nun näher sei, bekommt man verschiedene Antworten. Dies sei, sich grundsätzliche Gedanken über die Welt, über den Menschen, über das je Höhere zu machen, und viel zu oft kapituliert man dabei. Heutzutage hält man ein solches Unternehmen für nutzlos und überflüssig. Wie auch immer, Philosophie ist ein Freiheitsakt. Niemand muss fragen, und dass man dabei an Grenzen bei jedem Denken stößt, das ist normal.

Reflexion über Glaube und Vernunft

Auf diesen Seiten soll eine Reflexion über Glaube und Vernunft stattfinden. Es wird klar, dass die Existenz Gottes sich nicht so handfest wie bei den naturwissenschaftlichen Beweisen aufzeigen lässt. Gleichwohl gibt es vernünftige Argumente, an Gott zu glauben, und wenn es um Glaubensfragen geht, ist der Atheismus und der Agnostizismus genauso eine andere Form von (philosophischer) Glaube. Beide gehen von solch starken Vorbedingungen aus, dass diese Form von Glaube eigentlich einen stärkeren Glaubensakt erfordert. Meist gehen die Gegenargumente, die gegen den Glauben an Gott vorgebracht werden, mit einer Verflachung der Wirklichkeit einher.

Auch gibt es innerhalb der (atheistischen) Philosophie Haltungen, die eine gewisse Offenheit und Toleranz dem religiösen Denken zeigen, die aber ständig das Irrationale mit dem verwechselt, was dem Verstand übersteigt. Der Glaube an die Liebe und an das Wunder des Lebens ist aber nicht dasselbe wie jeglicher Unsinn. Sodann wird gefordert, wer schon argumentiert, müsse das in der Denkweise des sogenannten Rationalismus tun, anstatt sich zu fragen, ob nicht auch eine Philosophie möglich ist, die sich des Wunders des Lebens bewusst ist, und dies immer wieder zum Ausdruck bringt.

Frank Turek hat einen Satz geprägt: "I don't have enough faith to be an atheist" (Um ein Atheist zu sein, fehlt mir der Glaube). Der Atheismus und Agnostizismus gehen von solchen starken Voraussetzungen aus, dass es schwer ist, an diese Weltentwürfe zu glauben. Er hat sicher in vielen seiner Ausführungen recht. Nun aber greifen seine Argumente für den Glauben in mancherlei Hinsicht noch zu kurz, und zwar deshalb, weil er als Vertreter des Intelligent Designs genauso wie seine Kontrahenten die Phänomenologie ausklammert. Ein zweiter Fehler liegt in der Neigung zum Biblizismus. Ich möchte dem entgegensetzen: Das stärkste Argument für die Existenz Gottes gründet für mich im Glauben an die Liebe als eine ontologische Größe. Die Liebe, sosehr sie eigenes Tun ist, ist auch Geschenk zugleich. Niemand kann sich selbst z.B. die Verliebtheit befehlen, sondern sie übereilt einen. Ich meine, genauso ist der Glaube mehr Gabe als eine Freiheitsentscheidung, man schaut nach hinten und erfährt sich als jemand, der ursprünglich bereits glaubt. Gleichwohl können die Gedanken, die einem im Kopf herum schwirren dieses zarte Band trennen oder auch knüpfen.

Als Antwort, die Welt rationalistisch erklären zu wollen, mangelt es nicht an Versuchen, Geist und Naturwissenschaft zu vereinen, die leider immer wieder in Esoterik münden. Dies können wir getrost beiseite lassen, denn aus einer Vermischung von Philosophie, Naturwissenschaft und Okkultismus entsteht kein Ganzes sondern nur ein Mischmasch, der zu nichts taugt außer zu geistigen Höhenflügen und zu Spekulationen. Unreines Wasser ist eben einfach nur verdreckt; daraus wird niemals Wein.

Sehr bedeutend ist für alles Erkennen und Argumentieren, zu sehen, wie sehr Herz und Verstand aufeinander bezogen sind. Darum verstehen sich die Argumentationen als ein Appell an die Vernunft, und zwar als eine sich der Unendlichkeit des Daseins bewusste Vernunft. Diese Unendlichkeit können wir mit dem Verstand nicht ergreifen, aber im Herzen wiegen und aufnehmen. Darum sind Argumente nie zwingend. Das Universum aber ist nicht groß genug, um in mein Herz hinein zu passen. Diese doppelte Bestimmung der Gewißheit im Unwissen, oder des Unwissens in der Gewißheit, ist kein Widerspruch, wenn die Liebe und das Gute zugleich als unendliche Größen angesehen werden. Im Erkenntnisvollzug ist nichts gewisser als die Herzenserkenntnis; gleichzeitig aber genau dort können wir uns am stärksten und auf tragischer Weise irren.

Im Anfang war die Liebe, die Liebe besagt Dialog und Beziehung. Das ist das Geheimnis des sogenannten "innergöttlichen Dialogs"; obwohl der Ursprung nur eins sein kann, muss es also Einheit und Vielheit von Anfang an gegeben haben. Es gibt unter Menschen diese personale Liebe und der Dialog untereinander, das aber setzt voraus, dass es diese Liebe und Dialog im Ursprung gegeben hat. Von Dreifaltigkeit zu reden ist also kein Unsinn, sondern man spricht über Dinge, die den Verstand übersteigen. Gleichwohl ist das ein Thema, das viele Philosophen oft vergessen, zwischen dem Unsinn und das dem Verstand Übersteigende zu unterscheiden.

Herzliche Einladung, durch diese Seiten herum zu stöbbern und mitzudenken.